Deine Katze zieht ein!

Es ist soweit – Deine Katze zieht ein!
Du freust Dich „wie Bolle“, weil der Tag naht, an dem Deine Katze bei Dir einzieht? Und Du möchtest jetzt alles besonders gut vorbereiten, damit sie sich von Anfang an bei Dir wohl fühlt? Dann habe ich hier ein paar Anregungen für Dich.
Schauen wir zunächst einmal Deine Wohnung an. Was braucht Deine Katze? Was solltest Du beachten?
Das wünscht sich Deine Samtpfote:
⦁ Ruhige Futterplätze (getrennt voneinander bei mehreren Katzen)
⦁ Diverse Wasserangebote
⦁ Viele verschiedene Kratzgelegenheiten aus unterschiedlichen Materialien
⦁ Beobachtungs-, Ruhe- und Schlafplätze sowohl in Bodennähe als auch in der Höhe
⦁ Freie Fensterbänke, Regale oder Kommoden, das sind beliebte Aussichtsplätze
⦁ Kratzbaum in Deiner Nähe
⦁ 3. Ebene (Catwalk) mit verschiedenen Plätzen, Brettern usw. an der Wand (bei mehreren Katzen unbedingt Sackgassen vermeiden)
⦁ Geeignete Plätze für große, offene Katzentoiletten ohne Haube (Faustregel für die Anzahl der Toiletten: Anzahl der Katzen + 1, also bei 2 Katzen = 3 Toiletten)
⦁ Spielzeuge zur Alleinbeschäftigung und Spielzeuge, mit denen Du mit Deiner Katze gemeinsam spielst
⦁ Wenn Du einen Balkon hast: Sichere diesen mit einem Katzennetz, statte ihn mit Sonnen- und Schattenplätzen, evtl. einem Solarbrunnen und Katzengras aus und schon hast Du den Lebensraum Deiner Katze wunderbar erweitert.

Auf diese Gefahrenquellen solltest Du achten:
⦁ Kippfenster sichern (ganz wichtig, es kann zu schlimmen Verletzungen oder sogar zum Tod führen, wenn Deine Katze versucht, herauszukommen!)
⦁ Sichern von Stromkabeln
⦁ Entfernen aller Pflanzen, die womöglich giftig sind => biete alternativ Katzengras zum Knabbern an
⦁ Reinigungsmittel unzugänglich aufbewahren => HINWEIS: achte darauf, welche Reiniger Du z. B. für die Fußböden verwendest. Deine Samtpfote läuft darüber und leckt sich dann die Pfötchen ab.
⦁ Sichere Öfen / Herde / Kamine, damit es nicht zu schweren Verbrennungen kommt. Auch mit echten Kerzen solltest Du vorsichtig sein.

Foto: Christiane Skuzza

Damit hast Du schon eine gute Vorarbeit geleistet. Jetzt geht es darum, den Tag des Einzugs bestmöglich vorzubereiten. Auch dafür habe ich ein paar Tipps für Dich. Dabei gehe ich jetzt erst einmal davon aus, dass derzeit keine Katze bei Dir lebt. Wenn doch, gilt es noch weitere Dinge zu beachten, auf die ich am Ende in Kürze eingehen werde.
Willkommenszimmer
Dies soll ein Raum sein, in dem Deine Katze alles vorfindet, was sie für den Anfang braucht und in dem sie erst einmal in aller Ruhe ankommen kann. Falls zwei Katzenbabys bei Dir einziehen, gilt das natürlich genauso. Es sollte sich nicht um ein Durchgangszimmer handeln. Gerade erwachsene Katzen brauchen zu Beginn manchmal ein wenig Zeit und Ruhe, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen.
Ausstattung des Willkommenszimmers:
⦁ Katzentoilette(n)
⦁ Futter- und Wasserplätze
⦁ Kratzgelegenheiten
⦁ Diverse Rückzugsplätze (auf dem Boden und in der Höhe), aber bitte achte darauf, dass es keine „Schlupfwinkel“ gibt, wo Du nicht hinkommst. Eine Katze, die sich hinter einem Kleiderschrank versteckt, kannst Du nicht beobachten und Du möchtest ja wissen, wie es ihr geht.
⦁ Spielzeug (evtl. auch etwas Vertrautes aus dem vorherigen Zuhause oder von der Züchterin)

Stelle den Transportkorb in das Willkommenszimmer und öffne ihn. Überlasse es Deiner Katze, ob sie entweder direkt raussprinten möchte, um sich ein sicheres Plätzchen zu suchen, eher vorsichtig um die Ecke schaut oder sogar zunächst darin sitzen bleibt. Kein Problem, die Katze bestimmt das Tempo.

Du kannst Dich gern ruhig irgendwo hinsetzen, vielleicht ganz leise entspannende Musik anmachen oder ein Buch lesen und schauen, was Deine Katze macht. Manchmal kann es hilfreich sein, sie auch eine Zeit ganz allein ankommen zu lassen, bevor Du Dich hinzusetzt. Sprich freundlich mit ihr, reagiere freundlich auf Annäherung, aber bedränge sie nicht. Locke sie auch nicht mit Futter, sie soll sich nicht angstvoll nähern müssen, nur, um an Futter zu gelangen.
Die nächste Zeit heißt es beobachten. Schau‘ wie munter Deine Katze ist und lasse ihr nach und nach die Möglichkeit, ihr Revier in ihrem eigenen Tempo zu erkunden. Auf Besuch solltest Du die ersten Tage verzichten, bis Du das Gefühl hast, dass Deine Samtpfote wirklich angekommen ist.
Sollte bereits eine Katze bei Dir leben, ist es wichtig, beiden Katzen Zeit zu geben, sich aneinander zu gewöhnen. Auch hier macht das Willkommenszimmer absolut Sinn und wenn Du vorsichtig sein möchtest – was ich Dir empfehle – arbeitest Du mit einer Gittertür o. Ä. So können die Katzen – nachdem der Neuling gut angekommen ist und sich ein wenig erholt hat – sich durch die Gittertür zwar sehen, es kommt aber nicht zu unerwünschten und plötzlichen Aggressionen oder Kämpfen. Auch Du bist dann sicherlich entspannter und kannst Dir beide Katzen anschauen und entscheiden, wie Du weiter vorgehen willst. Lass‘ den Katzen Zeit und überstürze nichts. Wenn die erste Begegnung nämlich unfreundlich und unangenehm für die Samtpfoten ist, ist das eine schlechte Grundlage für ein friedliches Zusammenleben. Hole Dir im Zweifel Unterstützung, damit Ihr gemeinsam einen guten Start in ein glückliches und harmonisches Miteinander habt.

Foto: kio-fotos.de, Kim Indra Oehne

Beitrag von Christiane Skuzza