Katzen Clickertraining – kleine Anleitung

Clickertraining: Abwechslung für Deine Katze und noch viel mehr…

Was hat es mit dem „Click“ auf sich?
Bestimmt hast Du schon vom Clickertraining gehört, vielleicht aus dem Hundetraining? Mit dem „Click“ sagst Du Deiner Katze: „Das Verhalten, das Du gezeigt hast, als der Click kam, war super!“ Und dafür folgt sofort die (Futter-)Belohnung. Und mit sofort meine ich innerhalb von max. einer halben bis einer Sekunde. Das ist besonders am Anfang sehr wichtig, damit Deine Katze den Zusammenhang zwischen dem „Click“, ihrer Handlung und der Belohnung versteht.
Ist Deine Samtpfote dann fortgeschrittener im Training, kann sie auch mal etwas länger auf das Leckerchen warten, weil sie gelernt hat, dass auf den Click zuverlässig eine Belohnung folgt.

Wichtig für das Clickertraining ist das passende Leckerchen. In der Regel eignen sich Futterbelohnungen gut, da diese schnell konsumiert werden können und das Training direkt weitergehen kann.
Vielleicht denkst Du jetzt, dass das ja irgendwie eine Art Bestechung ist? Jein. Deine Katze ist nur dann gewillt, beim Clickertraining mitzumachen, wenn es sich für sie in irgendeiner Weise lohnt. Sie schaut also nach ihrem eigenen Nutzen. Egoistisch, findest Du? Na ja, vielleicht ein ganz kleines bisschen … Aber wir lieben unsere Samtpfoten doch, WEIL sie genau so sind, wie sie sind, stimmt’s?

Warum ein Clicker?
Der Clicker ist ein kleines Hilfsmittel aus Kunststoff oder Metall, das ein knackfroschartiges Geräusch erzeugt.
Muss es denn ein Clicker sein? Gerade am Anfang ist es wichtig, dass Deine Katze sich auf ein bestimmtes Geräusch, das auch immer gleich klingt, konzentrieren kann. Theoretisch könntest Du auch mit einem Wort arbeiten, aber wir sind ja nicht jeden Tag gleich aufgelegt, mal sprechen wir in einer höheren Stimmlage, mal tiefer, aber kaum immer gleich, was für unsere Katzen das Lernen schwieriger macht. Daher ist ein Clicker sehr sinnvoll.
Für die sensiblen Katzenohren sind viele der im Handel angebotenen Clicker jedoch viel zu laut. Ich empfehle immer den sogenannten „Soft-Clicker“, der ein sehr sanftes Geräusch auslöst, das für unsere Samtpfoten aber in jedem Fall laut genug ist , es sei denn, Du trainierst mit Deiner Katze im Garten 😉.
Im weiteren Verlauf des Trainings kannst Du z. B. mit dem Zungenclick / einem Zungenschnalzen arbeiten, damit Du die Hände für weitere Utensilien frei hast.

Warum ist Clickern so wertvoll?
Ich halte das Clickertraining in vielerlei Hinsicht für eine wunderbare Beschäftigung, gerade für unsere Wohnungskatzen, die darauf angewiesen sind, dass wir ihnen ein abwechslungsreiches Katzenleben bieten. Dazu gehören natürlich ausgiebige Spieleinheiten, in denen die Katze sich richtig austoben kann und auch ruhigere Spielangebote.

Das Clickertraining ist eine tolle Beschäftigung für das Katzenköpfchen – das will ja schließlich auch gefordert werden .

Ich empfehle das Clickern ausfolgenden Gründen:

⦁ Es lastet die Katze geistig aus
⦁ Es ist ein gutes Kommunikationsmittel
⦁ Es erleichtert Alltagssituationen
⦁ Es fördert die Bindung zwischen Katze und Mensch
⦁ Es macht Spaß 😉!

Mit dem Clickern kannst Du Deine Katze wunderbar beschäftigen. Unsere Samtpfoten sind nicht nur Schmusekatzen, die sich zu uns kuscheln, uns trösten, wenn es uns schlecht geht und uns in den Schlaf schnurren. Sie sind sehr intelligente Lebewesen, die es verdient haben, dass wir ihnen kreative Beschäftigungsideen bieten.

Das Clickertraining hilft Dir und Deiner Katze außerdem, eine gemeinsame positive Sprache zu finden und kann im Alltag sehr hilfreich sein.
Deine Katze muss z. B. nicht mehr an der Tür kratzen, um Dir zu zeigen, dass sie gern raus möchte. Du hast dafür vielleicht eine Clickerübung etabliert, die heißt: Katze setzt sich an einen bestimmten Ort, um zu zeigen, dass sie raus möchte => Click => Du öffnest die Tür (= Belohnung).
Oder Deine Katze „turnt“ unerwünschter Weise gern auf der Arbeitsplatte herum, während Du das Futter vorbereitest. Eine Clickerübung kann sein: Deine Katze lernt, auf einem bestimmten „Warteplatz“ zu sitzen => Click => Katze bekommt ihr Futter. Sie hat also über den Click gelernt, dass – wenn sie dort sitzt – der Click und darauf verlässlich ihr Futter (= Belohnung) kommt. Ist es nicht wunderbar, eine solche gemeinsame Sprache zu finden?
Dadurch, dass Clickertraining über positive Verstärkung arbeitet, ist es ein toller „Nebeneffekt“, dass sich die Bindung zwischen Katze und Mensch (weiter) verstärkt. Das ist z. B. besonders bei extrem ängstlichen Samtpfoten eine großartige Möglichkeit, nach und nach ihr Vertrauen zu gewinnen.

Clickertraining hat noch viele weitere Einsatzgebiete, z. B. in Form des „Medical Trainings“ und auch in der Verhaltensberatung ist es oft ein wichtiger Bestandteil der Therapiemaßnahmen.

Ich hoffe, ich konnte Dir das Clickertraining ein wenig näherbringen. Am Anfang ist es durchaus sinnvoll, sich Unterstützung zu holen, um sich und seiner Samtpfote einen guten Einstieg in die tolle Welt des Clickerns zu ermöglichen – ich wünsche Dir ganz viel Freude dabei!

Katzen Clickertraining

Fotos: Kim Indra Oehne
www.kio-fotos.de